Computertomographie (CT)
Das konventionelle Röntgen erlaubt lediglich die 2-dimensionale Darstellung einer komplexen, 3-dimensionalen Knochen- oder Gelenkstruktur. Entsprechend kann das Röntgen keine detaillierte räumliche Darstellung der knöchernen Strukturen leisten. Allerdings ist eine 3-dimensionale Darstellung häufig essenziell, um die Schwere der Verletzung beziehungsweise degenerative Veränderungen oder die Lokalisation und Ausprägung von Fehlstellungen abzuschätzen. Dies ist oftmals die Voraussetzung, um einen effektiven Behandlungsplan zu erstellen. Eine Methode, um die 3-dimensionale Knochenstruktur darzustellen, ist die Computertomographie auch CT genannt. Sie ermöglicht einen dreidimensionalen Einblick in Ihren Körper.
Wie funktioniert die Computertomographie?
Die Computertomographie ist eine Weiterentwicklung des digitalen Röntgens. Auch hier erzeugt eine Röntgenröhre Strahlen, die den Körper durchdringen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Technik: Die Röhre rotiert während der Untersuchung in hoher Geschwindigkeit um Sie herum. Hochempfindliche Detektoren fangen die abgeschwächten Strahlen aus hunderten verschiedenen Winkeln auf. Ein leistungsstarker Computer berechnet aus diesen Unmengen an Daten detailreiche Querschnittsbilder – ähnlich wie man ein Brot in hauchdünne Scheiben schneidet. So entsteht eine präzise, räumliche Darstellung, bei der Überlagerungen von Geweben vermieden werden.

Wie läuft eine Computertomographie-Untersuchung ab?
Der Ablauf einer CT-Untersuchung ist schnell, schmerzfrei und erfordert nur wenig Vorbereitung. Wichtig zu wissen ist, dass eine CT-Untersuchung nicht in der Praxis abläuft, sondern Sie eine Überweisung erhalten. Die Untersuchung erfolgt dann in einem radiologischen Institut oder Praxis. Sollte eine Schwangerschaft vorliegen, müssen Sie uns dies unbedingt schon im Rahmen der Sprechstunde mitteilen. Sie werden hierzu auch noch mal in der Radiologie befragt.
Für die Untersuchung müssen Sie nicht nüchtern sein. Alle metallhaltigen Gegenstände beziehungsweise Kleidungsstücke müssen vor der Untersuchung abgelegt werden um Bildstörungen, auch Artefakte genannt, zu vermeiden.
Für die Untersuchung liegen Sie auf einem beweglichen Tisch, der durch eine ringförmige Öffnung des Tomographen gleitet. Im Gegensatz zur Kernspintomographie ist dieser Ring sehr schmal und die meisten PatientInnen fühlen sich nicht eingeengt. Daher ist die Untersuchung auch für Personen mit Platzangst meist unproblematisch. Die Untersuchung ist deutlich kürzer als eine Kernspintomographie und dauert in der Regel nur wenige Sekunden. In dieser Zeit müssen Sie still liegen um scharfe Bilder zu gewährleisten.
Heutzutage bekommen Sie in den meisten radiologischen Praxis einen Code ausgehändigt. Dieser erlaubt den online Zugriff auf Ihre Untersuchung. Bringen Sie diesen Code bitte unbedingt mit zu Ihrem nächsten Sprechstundentermin.
Wann kommt die Computertomographie zum Einsatz?
Eine CT Diagnostik kommt dann zum Einsatz, wenn eine detaillierte Darstellung des Knochens benötigt wird. Sie ermöglicht beispielsweise den Nachweis von kleinen knöchernen Bandausrissen, oder von freien Knochenstücken im Gelenk. Auch ermöglicht sie die Beurteilung von knöchernen Defekten wie sie beispielsweise bei Knochen-Knorpelschäden vorliegen, oder der Gelenkstruktur beispielsweise bei Arthrose. Darüber hinaus erlaubt die CT eine exakte Darstellung von komplexen Knochenbrüchen und hat so einen deutlichen Mehrwert bei der Operationsplanung. Zudem erlaubt die CT eine Metall-Artefakt-Unterdrückung, was z.B. bei der Magnetresonanztomographie nur eingeschränkt möglich ist. So kann der Knochen in unmittelbarer Nähe zu Implantaten, also Prothesen, Platten oder Schrauben, gut dargestellt werden. Dies ist entscheidend um Lockerungen zu identifizieren oder das postoperative Ergebnis zu verifizieren.
Vorteile der Computertomographie?
Die CT Untersuchung erlaubt eine detaillierte Darstellung des Knochens in einer sehr dünnen Schichtdicke. So können selbst kleine Haarrisse oder knöcherne Absprengungen sichtbar gemacht werden. Des Weiteren erlaubt die CT die Generierung von 3-dimensionalen Rekonstruktionen Ihrer Knochen und Gelenke und erlaubt somit ein besseres Verständnis von z.B. komplexen Knochenbrüchen oder Fehlstellungen. Zuletzt ist die Untersuchung extrem schnell und breit verfügbar.
Was sind die Grenzen der Computertomographie?
Die Hauptlimitation der CT Diagnostik ist die Strahlenbelastung. Auch wenn es mittlerweile Protokolle mit einer deutliche reduzierten Strahlenmenge gibt, sind eine Vielzahl von Einzelbildern notwendig um die notwendige, hohe Auflösung zu generieren.
Ein weiterer Nachteil der Computertomographie ist, dass sie keine Aufnahmen unter Belastung erlaubt, da Sie bei der Untersuchung liegen. Deswegen können dynamische Instabilitäten oder Fehlstellungen mittels CT nicht dargestellt werden.
Eine CT Untersuchung erlaubt vor allem eine Darstellung der knöchernen Strukturen. Bei der Darstellung von Weichgewebe, wie Muskeln, Sehnen und Bändern ist die Auflösung und Aussagekraft der Kernspintomographie deutlich höher