Die digitale Volumentomographie DVT) ist eine moderne Weiterentwicklung der Computertomographie und schließt eine diagnostische Lücke zwischen der konventionellen Röntgendiagnostik und der Computertomographie. Häufig ist es wichtig, Gelenke unter Belastung darzustellen, da nur so bestimmte Fehlstellungen oder Instabilitäten sichtbar werden. Das Röntgen erlaubt eine belastete Darstellung, ist aber limitiert durch die 2-dimensionale Darstellung der Knochen- bzw. Gelenkstruktur. Das CT ermöglicht zwar die 3-dimensionale Darstellung, kann aber nicht belastet durchgeführt werden. Das DVT erlaubt nun die 3-dimensionale Darstellung der Knochen-/Gelenkstruktur unter Belastung bei deutlich reduzierter Strahlenbelastung im Vergleich zur konventionellen CT Diagnostik.

Wie funktioniert die digitale Volumentomographie?

Ähnlich wie beim digitalen Röntgen erzeugt eine Röntgenröhre Strahlen, die den Körper durchdringen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Technik: Die Röhre und ein gegenüberliegender Detektor kreisen einmal um das zu untersuchende Körperteil. Dabei werden die Strahlen durch die verschiedenen Gewebearten unterschiedlich stark abgebremst. Dichte Strukturen, wie Knochen absorbieren viel Strahlung und kommen in den späteren Bildern hell zur Darstellung. Selbes zählt für Metallimplantate, die zu einer nahezu vollständigen Strahlenauslöschung führen. Weichgewebe, wie Muskel, Sehnen oder Bänder, lassen die Strahlen fast ungehindert passieren und kommen so dunkel zur Darstellung. Ein hochempfindlicher digitaler Flachbilddetektor fängt die verbleibenden Strahlen auf. Spezialisierte Computerprogramme wandeln diese Signale direkt in einen dreidimensionalen Datensatz um, der am Bildschirm aus jeder beliebigen Richtung betrachtet werden kann. Die Bilder haben eine fast vergleichbare Qualität mit der konventionellen Computertomographie.

Wie läuft eine digitale Volumentomographie-Aufnahme ab?

Der Ablauf einer CT-Untersuchung ist schnell, schmerzfrei und erfordert nur wenig Vorbereitung. Anders als eine CT oder MRT-Untersuchung, kann die DVT-Bildgebung direkt bei uns in der Praxis erfolgen. So fallen Wartezeiten und Mehrfachtermine weg. Sollte eine Schwangerschaft vorliegen, müssen Sie uns dies unbedingt schon im Rahmen der Sprechstunde mitteilen. Unser Team wird Sie hierzu auch noch mal gezielt befragen.

Für die Untersuchung müssen Sie nicht nüchtern sein. Alle metallhaltigen Gegenstände beziehungsweise Kleidungsstücke müssen vor der Untersuchung abgelegt werden um Bildstörungen, auch Artefakte genannt, zu vermeiden.

Das DVT selbst sieht aus wie ein kleines CT, kann aber um 90° gekippt werden. Die Untersuchung für die untere Extremität erfolgt meist Stehen die für die obere Extremität im Sitzen. Je nach Fragestellung werden Sie unter Umständen gebeten bestimmte Stress-Positionen für das Gelenk einzunehmen. Unsere MitarbeiterInnen helfen Ihnen bei der exakten Positionierung. Für die eigentliche Durchführung der Aufnahme verlässt die/der Mitarbeiter:in den Raum und startet die Aufnahme vom Kontrollplatz. Die Scan-Zeit beträgt ca. 8-10 Sekunden. Wichtig ist, dass Sie sich in dieser Zeit, stillhalten, da Bewegungen zu einem Verwackeln der Aufnahmen (Artefakten) führen kann.

Die Aufnahmen werden anschließend kontrolliert, um sicherzustellen, dass sie die Qualitätsstandards erfüllen. Die Aufnahmen werden direkt im Anschluss in der Praxis mit Ihnen besprochen.

Welche Vorteile hat die digitalen Volumentomographie?

Die DVT-Untersuchung hat zwei wesentliche Vorteile. Erstens ist im Vergleich zur herkömmlichen Computertomographie die Darstellung der Gelenke unter Belastung möglich. So lassen sich die Gelenke im physiologischen Zustand 3-dimensional darstellen, was entscheidend für die weitere Therapieplanung sein kann. Zweitens ist die Strahlenbelastung bei der DVT-Untersuchung signifikant geringer bei vergleichbarer Bildqualität gegenüber einer CT-Untersuchung. Des Weiteren ist die Untersuchung direkt in der Praxis verfügbar. So vermeiden Sie weitere Termin und somit Fehlzeiten in der Arbeit. Da das DVT deutlich kleiner als ein CT oder MRT ist und sich tatsächlich nur die betroffene Körperregion in der „Röhre“ befindet, ist diese Untersuchung auch bei Personen mit Platzangst gut möglich.

Wann kommt die digitale Volumentomographie zum Einsatz?

Die Einsatzgebiete der DVT entsprechen denen der Computertomographie. Es erlaubt eine präzise Beurteilung der Knochenstruktur und Gelenkstellung unter Belastung. Durch die hohe Auflösung können kleinsten knöchernen Bandausrissen, knöchernen Defekten und freien Knochenstücken im Gelenk dargestellt werden. Zudem können Gelenkachsen und dynamische Instabilität 3-dimensional dargestellt und analysiert werden. Analog zur CT Untersuchung, erlaubt auch das DVT eine Metall-Artefakt-Unterdrückung. So kann der Knochen in unmittelbarer Nähe zu Implantaten, also Prothesen, Platten oder Schrauben, gut dargestellt werden. Dies ist entscheidend um Lockerungen zu identifizieren oder das postoperative Ergebnis zu verifizieren.

Was sind die Grenzen der digitalen Volumentomographie?

Auch wenn die DVT eine deutlich geringe Strahlenbelastung als das konventionelle CT hat, ist auch hier die Hauptlimitation die Strahlenbelastung. Des Weiteren stößt die digitale Volumentomographie – genauso wie eine CT-Untersuchung, bei der Beurteilung von Weichteilen an Grenzen. Muskeln, Sehnen, Bänder und Knorpel können nicht in der Tiefe dargestellt werden, wie es etwa ein MRT (Kernspintomographie) ermöglicht.