Die PRP/ACP-Therapie nutzt autologes konditioniertes Plasma zur gezielten Förderung der Geweberegeneration. Durch Zentrifugation von Eigenblut werden Wachstumsfaktoren konzentriert, die Entzündungen hemmen und die Heilung bei Arthrose, Sehnen- oder Sportverletzungen anregen. Die ambulante Behandlung umfasst meist drei Sitzungen. Gegenüber Hyaluronsäure erzielt PRP/ACP oft bessere Langzeiteffekte. Da es körpereigen ist, gilt das Verfahren als sicher und wird meist von privaten Versicherungen erstattet.

Was ist Plättchenreiches Plasma (PRP)

Unser Blut enthält wertvolle Bestandteile, die für die Reparatur von Gewebe verantwortlich sind – insbesondere die Blutplättchen (Thrombozyten). Diese setzen wichtige Wachstumsfaktoren frei, die Entzündungen hemmen und die Regeneration und Heilung von Muskeln, Sehnen und Knorpel fördern können.

Diese Blutplättchen können, als sogenanntes Plättchenreiches Plasma (PRP), durch Zentrifugation aus Ihrem eigenen Blut gewonnen werden. Aktuell gibt es unterschiedlich Herstellungsverfahren, die sich in der Zusammensetzung, vor allem dem Gehalt an Leukozyten und die Fibrinarchitektur, unterscheiden.

Was ist die ACP-Therapie?

Autologes konditioniertes Plasma (ACP) ist eine spezielle Art des PRP. Es wird auch durch Zentrifugation aus Ihrem eigenen Blut gewonnen. ACP unterscheidet sich von klassischem PRP vor allem durch die geringere Konzentration an Leukozyten und die standardisierte, meist einfachere Herstellungstechnik. Dadurch werden Blutbestandteile, die eine Entzündung fördern (proinflammatorisch) reduziert. ACP hat das Ziel, die natürliche Heilung zu unterstützen. Dabei werden Entzündungen, wie bei anderen Präparaten, nicht nur unterdrückt, sondern die aktive Regeneration des Gewebes angeregt.

Die biologische Wirkweise von ACP beruht auf der gezielten Anreicherung und Freisetzung von körpereigenen Wachstumsfaktoren, Zytokinen und anti-inflammatorischen Molekülen aus Blutbestandteilen. Es wird die Produktion von anti-inflammatorischen Zytokinen wie Interleukin-1-Rezeptorantagonist (IL-1Ra) sowie von Wachstumsfaktoren wie IGF-1, PDGF und TGF-β stimuliert. Diese Moleküle modulieren die lokale Entzündungsreaktion und fördern die Regeneration und Reparatur von Gewebe.

Für wen ist die Therapie geeignet?

In der Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie können beide Produkte bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Verletzungen angewandt werden. Wir bevorzugen ACP aufgrund der niedrigeren Konzentration an Leukozyten und des günstigeren Sicherheitsprofils.

Mögliche Anwendungsgebiete sind degenerative Gelenkerkrankungen, Knorpelschäden und Meniskusverletzungen, Sehnenerkrankungen (Tendinopathien) und Sportverletzungen. Als degenerative Gelenkerkrankungen bezeichnen wir alle Arten der Arthrose. Hier schein ACP vor allem bei leichten bis mittelgradigen Arthrosen einen positiven Effekt zu haben (Kniegelenk). Auch bei Knorpelschäden und Verletzungen der Meniscen, vor allem im Rahmen von Operationen, scheint ACP die Heilung günstig zu beeinflussen. Ein weiteres, breites Anwendungsfeld sind Sehnenerkrankungen. Hierzu zählen der Tennisellenbogen, Achillessehnenbeschwerden oder das Patellaspitzensyndrom. Zu den Sportverletzungen zählen vor allem Muskelfaserrisse und Bandverletzungen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Behandlung erfolgt ambulant in unserer Praxis und dauert etwa 20 Minuten. Vor der ersten Anwendung erfolgt eine ausführliche Aufklärung über die Chancen und Risiken der Behandlung.

Begonnen wird mit der Abnahme von einer kleine Menge Blut (ca. 15 ml) aus einer Ihrer oberflächigen Armvene, wie Sie es von einer normalen Blutabnahme bei Ihrer Hausärzt:In kennen. Anschließend erfolgt die Aufbereitung des Blutes in einer speziellen Zentrifuge. Durch die Zentrifugalkräfte werden die verschiedenen Blutstoffe voneinander getrennt.

Je nach Lokalisation erfolgt vor der Injektion des ACPs unter Umständen eine Ultraschalluntersuchung, um die optimale Stelle zum Einbringen zu identifizieren. Dann erfolgt die sorgfältige Desinfektion des Areals und das sterile Abdecken. Das aufbereitete hochkonzentrierte Plasma wird nach neuerlicher Desinfektion, unter sterilen Bedingungen, direkt in die betroffene Region gespritzt.

In der Regel empfehlen wir eine Serie von3 bis 5 Behandlungen im Abstand von jeweils einer Woche, um einen langfristigen Erfolg zu erzielen.

Vorteile von ACP gegenüber Hyaluronsäure und Kortison

ACP wirkt regenerativ durch die Freisetzung von Wachstumsfaktoren und entzündungshemmenden Botenstoffen, was die Heilung und Gewebereparatur fördert. Kortison ist vor allem für kurzfristige Symptomkontrolle geeignet, kann aber bei wiederholter Anwendung das Risiko für Gelenkschäden erhöhen. Hyaluronsäure ändert die Fließeigenschaften der Gelenkflüssigkeit (viskoelastische Unterstützung), ist aber in der Wirkung begrenzt.

Studien an Patient:Innen mit Kniegelenksarthrose konnten signifikant bessere und länger anhaltende Verbesserung von Schmerz und Funktion als Kortison und Hyaluronsäure zeigen, insbesondere ab 6 Monaten nach Injektion zeigen. PRP weist zudem das niedrigste Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen auf, gefolgt von Hyaluronsäure. Kortison hatte die höchste Rate an unerwünschten Ereignissen.

Gibt es wissenschaftliche Grundlagen?

Die Anwendung von ACP wird durch eine wachsende Zahl klinischer Studien gestützt. Die klinische Wirksamkeit von ACP bei Kniearthrose ist in randomisierten Studien belegt, wobei eine signifikante Verbesserung der Schmerzen und Funktion über 12 Monate gezeigt wurde. Ebenso bestätigen Studien die positiven Effekte bei chronischen Sehnenreizungen wie dem Tennisellenbogen (Epikondylitis), dem Patellaspitzensyndrom und Entzündungen der Achillessehne. Auch bei Verletzungen des Bandapparates im Bereich des Sprunggelenkes (v.a. Syndesmose und Außenbänder) scheint eine frühzeitige ACP Therapie zu einer schnelleren Sportfähigkeit zu führen. Auch scheint die intraoperative Anwendung im Rahmen einer Knorpeltherapie zu besseren Ergebnissen zu führen. Die schmerzlindernden und entzündungshemmenden Effekte halten klinischen Beobachtungen zufolge bis zu 12 – 18 Monate an.

Sicherheit

Da es sich um Ihren eigenen Körperstoff handelt, sind allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten nahezu ausgeschlossen. Bei fachgerechter Durchführung unter sterilen Bedingungen sind Infektionen extrem selten.

Kosten

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Injektionen NICHT. Es handelt sich um sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (Igel). Private Versicherungen übernehmen in der Regel die Kosten für ACP. Bei Zweifel ist es ratsam die Kostenübernahme im Vorfeld zu klären.