Sehnenverletzungen

Sehnen sind bindegewebige Faserzüge, die Muskeln mit Knochen verbinden. Sie bestehen überwiegend aus Kollagen, enthalten nur wenig Nervengewebe und sind schlecht durchblutet.
Daher können sie sich nur schwer regenerieren. Sehnen, die über mehrere Gelenke verlaufen sind von Sehnenscheiden umgeben, welche die Reibung zum benachbarten Gewebe reduzieren.
Die Funktion von Sehnen ist die Kraftübertragung des Muskels auf den Knochen. Außerdem können sie durch ihre Elastizität Bewegungsenergie speichern und wieder freisetzten, Federwirkung.

Welche Symptome haben Patienten mit einer Sehnenverletzung?

Sehnenbeschwerden können praktisch überall auftreten, in der Sehne selbst (mid portion) oder am Sehnenansatz am Knochen oder der Knochenhaut. In der Sportmedizin besonders relevant sind Beschwerden der Achillessehne, der Patellasehne, der Sehnen der Rotatorenmanschette der Schulter und Ansatzreizungen am Ellenbogen. Die P. beklagen Schmerzen bei Belastung und manchmal auch Schwellung und Ruheschmerz.
In den erkrankten Sehnenbereich wachsen häufig kleine Gefäße ein (Neovaskularisierung), die von Schmerzfasern begleitet werden.

Was sind die Behandlungsmöglichkeiten?

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig. Häufig sind es Ausgleichsmechanismen in komplexen Bewegungsabläufen, die zur Überlastung der Sehne führen. Diese gilt es aufzuspüren und entsprechend physiotherapeutisch zu behandeln. Dazu steht uns mit der Spartanova Testung ein wirkungsvolles Instrument zur Verfügung.
Daneben hat sich besonders das exzentrische Training als wirksam erwiesen. Dieses kann im Sinne eines multimodalen Konzeptes mit einer äußeren Medikamentenanwendung (Nitroglycerin) sowie mit Stoßwellen- und oder Lasertherapie ergänzt werden.
Unterstützend kommen orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen oder spezielle Bandagen zum Einsatz.
Die Gefäßneubildungen mit ihren begleitenden Schmerzfasern können mit Hilfe eines speziellen Ultraschalles dargestellt und mit Injektionen gezielt verödet werden. Für diese Behandlung sind besonders die Achillessehne und die Patellasehne geeignet.
Achillessehnenansatzreizungen, Tennis- und Golferellenbogen sowie Reizungen der Rotatorenmanschette lassen sich gut mit körpereigenen Thrombozytenkonzentraten, bei uns ACP-Injektionen behandeln.
Halten die Beschwerden trotzt konsequenter 3 Monatiger konservativer Behandlung an, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden. Hier stehen je nach Lokalisation verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Was erwartet die Patienten nach diesen Behandlungen?

Bei konsequenter Durchführung der konservativen Therapie über 3 Monate ist die Prognose von Sehnenbeschwerden gut und die meisten Patienten können ihre ursprüngliche sportliche Betätigung wieder aufnehmen.

 Das OrthoPlus-Vorgehen bei Muskel-Sehnen-Verletzungen am Becken

Muskel-Sehnen-Verletzungen am Becken_Sportärztezeitung 2018.pdf

Häufige Fragen

Warum heilen Sehnenverletzungen so langsam?

Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen. Sie bestehen überwiegend aus Kollagen, enthalten nur wenig Nervengewebe und sind schlecht durchblutet. Deshalb können sie sich nur schwer regenerieren.

Welche Symptome treten bei einer Sehnenverletzung auf?

Typisch sind Schmerzen bei Belastung, manchmal auch Schwellung und Ruheschmerz. Die Beschwerden können in der Sehne selbst oder am Sehnenansatz am Knochen auftreten. In der Sportmedizin sind vor allem Achillessehne, Patellasehne, Rotatorenmanschette der Schulter und Sehnenansätze am Ellenbogen betroffen.

Wie werden Sehnenbeschwerden konservativ behandelt?

Zunächst werden Ausgleichsbewegungen, die zur Überlastung der Sehne führen, aufgespürt und physiotherapeutisch behandelt, unter anderem mit der Spartanova Testung. Besonders wirksam hat sich exzentrisches Training erwiesen. Es kann mit einer äußeren Anwendung von Nitroglycerin sowie mit Stoßwellen- oder Lasertherapie ergänzt werden. Unterstützend kommen Einlagen oder spezielle Bandagen zum Einsatz.

Wann kommen ACP-Injektionen oder eine Verödung in Frage?

Achillessehnenansatzreizungen, Tennis- und Golferellenbogen sowie Reizungen der Rotatorenmanschette lassen sich gut mit körpereigenen Thrombozytenkonzentraten (ACP-Injektionen) behandeln. Eingewachsene Gefäßneubildungen mit begleitenden Schmerzfasern werden mit einem speziellen Ultraschall dargestellt und gezielt verödet. Dieses Verfahren eignet sich besonders für Achillessehne und Patellasehne. Ob eine dieser Behandlungen für Sie geeignet ist, klären wir im persönlichen Gespräch.

Wann sollte bei einer Sehnenverletzung operiert werden?

Halten die Beschwerden trotz konsequenter, dreimonatiger konservativer Behandlung an, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden. Je nach Lokalisation stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Wie ist die Prognose bei Sehnenbeschwerden?

Bei konsequenter konservativer Therapie über drei Monate ist die Prognose gut. Die meisten Patienten können ihre ursprüngliche sportliche Betätigung wieder aufnehmen.

Welche Spezialisten bei OrthoPlus München behandeln Sehnenverletzungen?

Ansprechpartner sind Prof. Dr. med. Stefan Hinterwimmer (Knie und Sehnen) sowie Dr. med. Manfred Achten (Konservative Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin).

Unsere Referenzen und Publikationen

Im Weiteren finden Sie Publikationen und Forschungsarbeiten von uns zu diesem Thema:

[Intramuscular tendon injuries of the thigh: diagnostic evaluation, surgical treatment, and rehabilitation]
Hinterwimmer S, Mack M, Wittke A, Friedl H, Fritsch L.
Sportverletz Sportschaden. 2025. 39(2):66-76. https://doi.org/10.1055/a-2435-6976

Inhalt

Verfasst von Dr. med. Manfred Achten

Fachlich geprüft von Dr. med. Manfred Achten