Impingement Sprunggelenk

Impingement bedeutet Einklemmen: Knöcherne Anbauten oder Weichgewebe geraten im Gelenkspalt unter Druck und führen zu einer schmerzhaften, chronischen Bewegungseinschränkung des Sprunggelenkes. Ausgelöst werden kann dies beispielsweise durch ein Umknicktrauma — bleiben danach Schmerzen bestehen ist in rund 30 % der Fälle der Grund ein Impingement. Behandelt wird zunächst konservativ; führt das nicht weiter, lässt sich die einklemmende Struktur arthroskopisch über kleine Zugänge entfernen.

Bei OrthoPlus München am Lenbachplatz behandeln unsere Sprunggelenk- und Fußspezialisten das Impingement des Sprunggelenks — von der konservativen Therapie bis zur arthroskopischen Abtragung der einklemmenden Struktur.

Definition

Der Begriff Impingement lässt sich mit Einklemmen übersetzen. Es beschreibt eine schmerzhafte und chronische Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit, die dadurch verursacht wird, dass Gewebe oder knöcherne Strukturen im Gelenkspalt eingeklemmt werden. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Arten, dem weichteiligen und dem knöchernen Impingement.

Ein weichteiliges Impingement entsteht, wenn Strukturen wie die Gelenkschleimhaut, Kapselanteile oder Narbengewebe zwischen dem Schienbein und Sprungbein eingeklemmt werden. Es ist häufig die Folge von vorausgegangenen Verletzungen, wie beispielsweise einer Bandverletzung, die Narbengewebe hinterlässt.

Ein knöchernes Impingement wird durch knöcherne Auswüchse verursacht. Dabei handelt es sich meist um Knochenanbauten, sogenannte Osteophyten, die sich am Schienbein und Sprungbein bilden. Diese können die Gelenkbewegung mechanisch blockieren.

Nicht selten liegt auch eine Kombination aus weichteiligem und knöchernem Impingement vor.

Beschwerden

Die Hauptsymptome sind Schmerzen und/oder Bewegungseinschränkungen. Sie treten insbesondere unter Belastung auf. Viele Betroffene verspüren einen stechenden oder scharfen Schmerz beispielsweise beim Treppensteigen, Bergauflaufen, am Ende der Abrollbewegung des Fußes oder auch bei Zehenspitzenstand. Bewegungen, die die Schmerzen verstärken, sind hinweisend, wo es zur Einklemmung kommt.

Häufigkeit

Das Impingement am Sprunggelenk ist nicht selten, vor allem bei sportlich aktiven Menschen. Studien zeigen, dass etwa 20 Prozent aller Patientinnen und Patienten nach einer Umknickverletzung des Sprunggelenkes chronische Schmerzen entwickeln. Von diesen sind wiederum rund 30 Prozent auf ein Impingement zurückzuführen.

Ursachen

Die Ursachen für ein Impingement-Syndrom sind vielfältig und können sowohl auf akute Verletzungen als auch auf chronische Überlastungen zurückgeführt werden. Oftmals liegt die Ursache in einer Vorschädigung des Gelenks. So können Umknickverletzungen oder fehlverheilte Brüche Narbengewebe, Bandreste oder Knochenfragmente im Gelenk hinterlassen, die später eine Einklemmung verursachen. Chronische Überbeanspruchung kann zu knöchernen Anbauten, sogenannten Osteophyten, führen. Diese können ebenfalls zu einem Einklemmen führen. Meist liegt in diesen Fällen ein Impingement im Bereich des vorderen Sprunggelenkes vor.

Beim hinteren Impingement spielt das Os trigonum eine wesentliche Rolle. Dabei handelt es sich um einen Knochenkern am hinteren Sprungbein. In den meisten Fällen verschmilzt dieser in der Jugend mit dem Sprungbein. Bleibt dies aus, resultiert ein Os trigonum. In den meisten Fällen verursacht dies keine Beschwerden. Allerdings kann es bei Plantarflexion eingeklemmt werden und dann Schmerzen verursachen.

Es gibt bestimmte Sportarten die gehäuft zum Impingement führen können, wie beispielsweise Fußball oder Ballett. Die knöchernen Anbauten an der Schienbeinvorderkante werde sogar als soccers ankle bezeichnet, das hintere Impingement Syndrom als „Dancer’s Heel“.

Klinische Untersuchung

Die Diagnose eines Impingement-Syndroms beginnt mit einem ausführlichen Gespräch zwischen Ihnen und Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt. Dabei werden Ihre Beschwerden, mögliche Vorverletzungen und die genauen Umstände, unter denen die Schmerzen auftreten, erfragt.

Im Anschluss erfolgt eine sorgfältige körperliche Untersuchung. Der Arzt, die Ärztin wird Ihr Gangbild, die Form des Gelenks und eventuelle Schwellungen inspizieren. Durch Abtasten des Gelenks wird nach druckempfindlichen Stellen gesucht. Wesentlich sind zudem funktionelle Tests. Dabei wird Ihr Fuß in bestimmte Positionen bewegt, um das Einklemmen zu provozieren.

Bildgebung

Um die Ursache des Einklemmens zu klären, werden dann bildgebende Verfahren eingesetzt. Jede Methode hat dabei ihre spezifischen Stärken.

Eine Röntgenaufnahme ist meist der erste Schritt. Sie kann knöcherne Anbauten oder anatomische Varianten wie das Os trigonum sichtbar machen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass das Vorhandensein solcher Knochenanbauten nicht zwingend Schmerzen verursacht, da sie auch bei asymptomatischen Menschen gefunden werden können.

In der Ultraschalluntersuchung kann eine Gelenkerguss oder unter Umständen eine Gelenkentzündung identifiziert werden.

Die Magnetresonanztomographie gilt als die Methode der Wahl, um Weichteile wie Knorpel, Bänder und Gelenkschleimhaut im Detail zu beurteilen. Allerdings ist der Nachweis von Narbengewebe, welches für das Einklemmen verantwortlich ist, häufig schwierig.

Die dreidimensionale Darstellung der Knochen mittels Computertomographie oder Digitale Volumentomographie kommt zum Einsatz um knöcherne Veränderungen genauer zu beurteilen. Speziell die digitale Volumentomographie ermöglicht eine Untersuchung unter Belastung und in Funktionsstellung des Gelenkes.

Einteilung

Das Impingement-Syndrom wird nach zwei Kriterien eingeteilt. Das erste Kriterium ist die einklemmmende Struktur, also Weichteil oder Knochen. Das zweite Kriterium ist die anatomische Lage, also vorne oder hinten.

Konservative Behandlung

Die Therapie des Impingement-Syndroms beginnt in der Regel mit konservativen Maßnahmen. Zunächst sollte das Sprunggelenk geschont und schmerzauslösende Aktivitäten vermieden werden. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Physiotherapie. Sie soll die Beweglichkeit des Gelenkes verbessern, die Muskulatur stärken und die Koordination verbessern. Bei besonders starken Entzündungen oder Schmerzen kann eine Injektionstherapie in das Gelenk eine Linderung verschaffen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die konservative Behandlung in erster Linie darauf abzielt, eine Linderung der Beschwerden zu erreichen. Allerdings kann durch konservative Maßnahmen Narbengewebe oder knöcherne Veränderungen nicht aufgelöst werden. Sollten die Beschwerden Sie trotz dieser Maßnahmen weiter beeinträchtigen, kann eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden.

Operative Behandlung

Ziel der operativen Therapie ist es, die Strukturen, die zum Einklemmen führen, zu entfernen. In den meisten Fällen erfolgt dann eine minimalinvasive Gelenkspiegelung, auch Arthroskopie genannt. Dabei wird in Schlüsselloch-Technik eine Kamera und spezielle Instrumente in das Gelenk eingeführt. Anschließend wird das Gelenkinnere inspiziert. Dann werden eventuell vorhandene knöcherne Anbauten abgetragen und geglättet, sowie störendes Narbengewebe oder entzündete Gelenkschleimhaut entfernt. Die Arthroskopie hat gegenüber offenen Verfahren die Vorteile, dass die Komplikationsrate und die Zeit zur Genesung geringer sind. In seltenen und komplexen Fällen, bei denen die Befunde sehr ausgeprägt sind, kann auch ein offener chirurgischer Eingriff erforderlich sein.

Nach der Operation

Nach der Operation beginnt der Weg zur Genesung. Ihre aktive Mitarbeit ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Nach dem Eingriff muss das betroffene Bein für etwa zwei Wochen geschont werden. Am Anfang sind Unterarmgehstützen sinnvoll. Schon bald nach der Operation beginnt die Physiotherapie. Diese dient der Gangschule und der Verbesserung der Beweglichkeit des Gelenkes und dem Aufbau der Muskulatur. Sie ist ein essenzieller Bestandteil der Nachbehandlung, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Die Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten erfolgt schrittweise. Nach etwa vier bis sechs Wochen kann meist schon langsam mit gelenkschonenden Sportarten wie Schwimmen oder Fahrradfahren begonnen werden. Die vollständige Rückkehr zu sportlicher Belastung hängt von der individuellen Heilung ab und kann einige Monate dauern. Die Vermeidung einer Überlastung in dieser sensiblen Phase ist dabei von großer Bedeutung.

Komplikationen

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können Komplikationen auftreten. Allgemeine Komplikationen können Wundheilungsstörungen, Infektionen oder Schäden an Nerven und Gefäßen sein. Zu den speziellen Risiken gehören das Wiederauftreten oder das Fortbestehen der Beschwerden. Ein besonderes Risiko der Gelenkspiegelung ist die Verletzung von oberflächlichen Hautnerven.

Ergebnisse

Die Erfolgsaussichten einer Operation bei Impingement Syndrom am Sprunggelenk sind in der Regel gut. In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden durch das Einklemmen reduzieren oder verschwinden ganz. Inwieweit sich eine Verbesserung der Beweglichkeit erreichen lässt, ist schwer vorhersagbar.

Ein wichtiger Aspekt ist die Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten. Studien zeigen, dass viele Patienten wieder zu ihrem vorherigen Leistungsniveau zurückkehren können, aber nicht alle.  Die genauen Faktoren, die Einfluss auf das Operationsergebnis haben, sind noch nicht verstanden. Liegen zusätzlich noch weitere Probleme, wie beispielsweise ein Knorpelschaden oder ähnliches vor, hat dies einen ungünstigen Einfluss auf die Prognose.

Unsere Referenzen und Publikationen

Im Weiteren finden Sie Publikationen und Forschungsarbeiten von uns zu diesem Thema:

Inhalt

Verfasst von Prof. Dr. med. Sebastian Baumbach
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Spezielle Fuß- und Sprunggelenkchirurgie (D.A.F.)
Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Hans Polzer · Zuletzt geprüft am 12.07.2026